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Das Ende des Bären? Crypto-Währungen und ihr Comeback . . .

(Den Haag, 03.06.2019) Das Ende des Q2 / 2019 ist nicht mehr fern – und es scheint es so, als ob den Crypto-Währungen neues Leben eingehaucht wurde. Ein seit Januar 2018 konstant anhaltender „Bärenmarkt“ scheint sich – alleine mit Blick auf die Preisentwicklung des Bitcoin von 5.000 US$ auf 8.600 US$ (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) – innerhalb nur weniger Wochen verabschiedet zu haben.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass derartige Preisprünge den „Crypto Space“ stimuliert haben: 2017 hatte bereits Ethereum einen kompletten „Cryptocurrency Craze“ verursacht und den Markt kurzerhand in einen „Mainstream“ katapultiert. Jene, die zu diesem Zeitpunkt involviert waren, können sich noch daran erinnern, dass der Crypto-Markt vor Volatilität nur so strotzte. Als Resultat dieser Entwicklung sah man den Bitcoin-Preis über gerade mal ein Jahr von 1.000 US$ (Anfang 2017) bis auf weit über 19.000 US$ Ende Dezember 2018 hochschnellen. Dieser Höhenflug veranlasste es, dass sogenannte Experten Preisschätzungen abgaben, die weit über 100.000 US$ und mehr lagen – einzelnen erschien sogar ein Wert von über 1 Million US$ pro Bitcoin als realistisch. Allerdings: diese „Experten“-Meinungen waren damals genau so brauchbar waren, wie sie es heute sind – unbrauchbar!

Dennoch haben die aktuellen Entwicklungen den Markt wieder zum Leben erweckt. Jene, die im Anschluss an den verrückten 2017er Bull-Run ihr Geld verloren haben, sind auf einmal wieder da. Alleine, um sich zu fragen ob es sich lohnt, ein weiteres Ticket zu einer neuen Achterbahnfahrt zu ergattern.

Ziel ist hier immer, genau der Käufer/Investor zu sein, der aus einem Investment in Höhe von ein paar Tausend Dollar „über Nacht“ mehrere Millionen macht. Und dies ist historisch betrachtet sogar schon gelungen, weshalb die Verlockung groß ist: Projekte bzw. Token wie NEO (damals: AntShares) lagen im März 2017 noch bei 0,20 US$ und erreichten im Januar 2018 einen Höhepunkt von über 180 US$ pro Token (+90.000%!). Dies kann leicht das Phänomen „Fear of Missing Out“ (FOMO) auslösen, worin genau das Risiko liegt. Langzeitinvestoren, die sich mit volatilen Aktienklassen beschäftigen, wissen dass ein Großteil des Erfolgs in der Recherche des fundamentalen sowie des technischen Bereichs liegt. Dies ist jedoch ein Detail, welches gerade von Anfängern auf ihrer „Mission“, so schnell es geht reich zu werden, übersehen wird – und oft zum Untergang führt.


Die Risiken eines neuen Marktes

Das Comeback der Crypto-Währungen beinhaltet leider auch das Comeback von Betrügern. Das damals sehr bekannte Betrugs-Projekt Bitconnect zum Beispiel, ist als Bitconnect 2.0 zurück, um schlecht informierten Investoren das Geld erneut aus der Tasche zu ziehen. Dieses Ponzi-Schema aus 2017 funktionierte, indem man den ersten Kunden reale Profite auszahlte – und sich zwischenzeitlich sogar unter die Top 10 der wertvollsten Cryptos positionieren konnte. Über Nacht verschwand das gesamte Unternehmen – es löste sich quasi in Luft auf und hinterließ etliche Investoren mit 6-7stelligen Verlusten.

Manche Investoren nahmen sogar Kredite mit fragwürdigen Zinsraten auf, nur um sich in den Markt stürzen und vermeintlich hohe Profite generieren zu können. Nicht wenige Investoren verloren dadurch – alles. Und genau deshalb ist es sehr wichtig, einen einfachen Rat im Gedächtnis zu behalten: Es gibt keinen leichten Weg, reich zu werden. Der Eine oder Andere mag etwas Glück haben. Dies heisst aber noch lange nicht, dass dieser Erfolg auf einer nachhaltigen Basis geschieht und auch langfristig zu Gewinnen führen wird. Investoren, die ihre Investitionsentscheidungen nicht mit der erforderlichen Sorgfalt treffen, werden mit weit höherer Wahrscheinlichkeit verlieren.

Mit dem vorhandenen Wissen stellt sich nun die Frage, was dafür getan werden kann, dass sich die Abstürze von 2017/2018 nicht wiederholen? Wie kann die Volatilität in Schach gehalten werden, damit der „wahre“ Wert von Crypto-Assets zum Vorschein treten kann? Die Antwort ist in der Theorie einfach, wenn auch nicht ebenso einfach in die Tat umsetzbar: Realitäts- oder Alltagstauglichkeit. Die Mehrheit der aktuellen Crypto-Projekte hat leider lediglich eine ausgemusterte Roadmap und ein paar neckische Grafiken aufzuweisen. Daher ist die schwierige Aufgabe, nachhaltige Projekte mit Realitäts- und Alltagstauglichkeit aus einem großen Haufen „Schrott“ heraus zu sortieren. Viele Crypto-Firmen promoten lediglich Initial Coin Offering (ICO) nach ICO – oder wie im aktuellen Trend: Securities Token Offering (STO) nach STO. Doch die angebotenen Token biteten keinerlei realen Nutzen. Derartige Firmen überleben nur dadurch, dass viele uninformierte Investoren eine leichte Beute sind.

Am Ende ist das, was Werte definieren sollte, die simple Frage nach Angebot und Nachfrage. Damit der Crypto-Währungsmarkt bis zu dem Punkt reifen kann, an dem er nicht nur eine Spielwiese für Leute mit zuviel Geld ist, müssen sich einige Dinge ändern: Einsatz von Crypto- bzw. Distributed-Ledger-Technologien durch Firmen wie Amazon’s „Whole Foods“ sind definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Desweiteren ist der Aspekt der Marktregulierung ein wichtiger Faktor für den Reifungsprozess. Es sind gerade diese Entwicklungen, die hoffentlich nicht nur einen reifen Markt kreieren, sondern – weit wichtiger – für eine Daseinsberechtigung des Thema Crypto sorgen, was sehr viel weiter reichen muss, als die glücksspielartige Option, nur ein Adrenalin-High zu erlangen.

Ich beabsichtige nicht, finanzielle Ratschläge zu erteilen. Dies wäre angesichts meiner persönlichen, zweijährigen Erfahrung in diesem Markt nicht angebracht. Auch wenn der momentane Trend durch eine Mischung aus News, bevorstehenden Events oder sogar technischen Daten positiv beeinflusst ist: Dieser Markt hat in der Vergangenheit bewiesen, dass all diese positiven Indikatoren im Zweifel „in die Tonne wandern“, sobald sich ein unbekannter Faktor in das Geschehen einschleicht. Ob der Preis für Crypto-Währungen explodieren wird – oder ob er doch wieder dem bisherigen „Bärenmarkt“-Trend folgen wird, ist: unklar.

Was dieser Artikel allerdings bewirken will: In Erinnerung zu rufen, sich nicht von Gier, FOMO oder den oftmals leicht zu erreichend scheindenden Reichtürmern beeinflussen zu lassen.


Der Überblick für die nahe Zukunft

Diejenigen, die das Thema Crypto-Währungen in Zukunft wieder anfassen wollen, sind aufgerufen, immer mit Sorgfalt und Ausdauer an die Recherche zu gehen und – viel, viel wichtiger – niemals mehr zu investieren, als man zu verlieren bereit ist. Es wird sicherlich verlockende Token und Projekte in der nahen Zukunft geben. Sie werden sich selbst als revolutionär, spielverändernd, oder als ‘neuen Bitcoin’ beschreiben. Ganz nüchtern betrachtet sind diese Behauptungen oftmals aus der Luft gegriffen und auf diejenigen ausgerichtet, die entweder keine Zeit oder keine Geduld haben, sich richtig zu informieren. Gerade in der jetzt (noch) recht jungen Welle von positiven Nachrichten und Entwicklungen wird dies erneut vermehrt der Fall sein.

Crypto hat einen langen Weg vor sich, bevor es ein reifer Markt mit Realitäts- und Alltagstauglichkeit sowie passenden Applikationen wird. Es gibt wirklich gute Projekte. Projekte, die eine gute Balance zwischen Regulation und fortschreitender Entwicklung an den Tag legen – diese können eine wahre Veränderung herbeiführen. Allerdings sind solche Projekte weder in Anzahl oder Größe zu finden, wie die Crypto-Community es einem weismachen will. Nur weil zum Beispiel ein Technologie-Gigant seinen eigenen Token an den Markt bringt, heißt es noch lange nicht, dass dies ein Erfolg wird. Selbst, wenn die Chance, alle Anforderungen zu erfüllen, wesentlich höher ist als bei einer „Standard Crypto-Bude“ die mit 2 Marketingexperten, einem Content Developer und einem Schein-CEO Crowdfunding in Form von ICO/STO abzieht.

Am Ende des Tages sind Gewinne im Crypto-Währungs-Bereich nur temporär. Sie sind erst dann wahre Profite, wenn das FIAT-Geld auf dem eigenen Bankkonto liegt. Das Grundliegende, was dieser voltatile Markt einem allerdings nicht nehmen kann: Wissen – sofern und sobald man es erlangt hat. Lest, stellt Fragen, versucht die fundamentalen Aspekte eines Projekts zu verstehen. Darin liegt der nachhaltige und wahre Erfolg in Crypto, wie auch im Leben eines Investors.

Damit abschliessend . . .

Sei achtsam.
Sei vorsichtig.
Sei informiert.

Phillip Kraeter, Chief Strategy Officer

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