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Der Zypern-Coup der EUdSSR – aus ist es mit ruhigen Wochenenden, für jeden

(Berlin, 18.03.2013) Die am vergangenen Freitagabend durch die EU-Finanzminister "eingeleitete" Zypern-Rettung ist eine bislang beispiellose Zündung der nächsten Raketenstufe hin zu EU-Zentralismus à la EUdSSR.

Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: In Brüssel drücken die EU-Finanzminister die Regierung Zyperns mit der Forderung nach genereller Kontenenteignung an die Wand. Wie auf Knopfdruck - ohne dass auch nur ansatzweise im betroffenen Land der normale gewählte Volksvertreter seinen Senf dazu abgeben kann - ist das Bankensystem eines gesamten Landes stillgelegt. Berücksichtigung der Souveränität des Mitgliedsstaates Zypern? Pustekuchen.

Wie war das noch mit dem viel zitierten "Juncker-Prinzip"?

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter, Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.
Jean Claude Juncker

Nun, die Menschen in Zypern mussten es jetzt schmerzlich begreifen und starten spätestens am Mittwoch einen Bank Run - falls in Zypern die Banken überhaupt diese Woche wieder geöffnet werden. Da helfen auch die neuesten Ankündigungen nichts, man wollen die enteigneten Sparer auch noch ausgerechnet mit Aktien genau der Banken entschädigen, von denen nach dem bevorstehenden Bank Run nichts oder nicht mehr viel übrig bleiben wird . . . Staatlich initiierte Penny Stock Verteilung, das hat auch was Neues.

Und "die Politik" in Rest-Europa: Überwiegend äußern sich landauf-landab Genugtuungs-Phrasen und Pragmatismus-Parolen. Der "EU-Steuerzahler" wird geschont, die Anleger (Zahlen die keine Steuern?) beteiligt.

Wohl jeder der zahlreichen deutschen Politiker, die sich bis jetzt zu Wort gemeldet haben, hofft dass unser "deutscher Michel" auch weiterhin erst gar nicht begreift, was hier gerade passiert ist:

  • Ein geografisch beruhigend weit weg angesiedelter Pilotversuch des demokratisch in keiner Weise legitimierten EU-Zentralismus-Prinzips.
  • Eine neue Verfahrensweise zur effizienten Beitreibung von Sonderabgaben, Notopfern, ja vielleicht Solidaritätsabgaben (um endlich auch einen in Deutschland gängigen Begriff zu verwenden)?
  • Ein Paradigmenwechsel in der (Nicht)Beachtung von Staats-Souveränität und Bürgerrechten.

Aber es ist ja alles gut, so lange man im Falle Zypern auf die "Russischen Oligarchen" verweisen kann, die als Hauptinitiator der Bankenkrise des Landes (Wieso eigentlich? Weil die ihr Geld dahin geschleppt haben? Hat das die Staatsverschuldung begründet?) zur Kasse gebeten werden. Die anscheinend ja angeblich zahlenmäßig unterlegenen Kleinsparer, Zypern-Residents und Unternehmen sind halt die üblichen Kollateralschäden . . .

Schließlich erscheinen alle Bemühungen um ein EU-weites Bargeldverbot nun auch in einem anderen Licht - auf Spargroschen in der heimischen Matratze lässt sich schlecht zugreifen, indem man Onlinebanking und Geldautomaten über’s verlängerte Wochenende den Stecker zieht.

Eine Vergleichsrechnung ist auf jeden Fall fatal:

  • 100.000 € auf der Bank bringen 0% Zinsen und kosten 6,75% Abgabe – verbleiben 93.250 €.
  • 100.000 € in der Matratze bringen 0% Zinsen und keine Abgabe – verbleiben 100.000 €.

Die wohl brutalste Stellungnahme kam am Wochenende ausgerechnet von Finanzminister Wolfgang Schäuble - dem Wolfgang Schäuble, der sich Freitagabend dem Vernehmen nach sogar für eine Enteignung von 40% der Bankguthaben in Zypern ausgesprochen haben soll:

Bankeinlagen ischt immer sensibel, da muss man schnell handeln. Deswegen macht man's meischtens auch am Wochenende.
Wolfgang S
chäuble im heute journal vom 16.03.2013

bank-bulldozerMan kann nur jedem Sparer - in ganz Europa - anraten, sich diesen Ausschnitt im heute journal genau anzusehen und insbesondere auf Schäuble's Körpersprache und Mimik zu achten (ab Minute 02:25).

Wer jetzt noch das Geschwafel über die sicheren Spareinlagen in Deutschland glaubt, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen.

Wetten werden noch angenommen, wo die nächsten Sparerkonten eingefroren und "gestutzt" werden - Italien, Spanien, Frankreich, . . .

Bleiben wir stark.
Martin Kraeter

 

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