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Dubai-Immobilien – Vorsicht bei Feuer!

(Dubai, 06.12.2012) Mitte November 2012 ging das Feuer im Tamweel Tower durch alle Nachrichten - war es doch das erste größere "Tower-Feuer" in Dubai.

Obwohl das Feuer eindeutig auf dem Dach des 34-stöckigen Gebäudes ausgebrochen ist - zahlreiche Amateur- und Profi-Videos auf Youtube und in der Lokalpresse belegen dies selbst heute noch - hat die Polizei Dubai in ihrem Abschlußbericht festgestellt: Das Feuer wurde um 1 Uhr morgens durch eine unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe im Erdgeschoss des 34-stöckigen Hochhauses verursacht. Verursacher muss der Mitarbeiter eines Baubetriebs gewesen sein, welcher gerade im Erdgeschoss Ausbauarbeiten ausführte.

Entsprechende Erklärungen,

  • was Bauarbeiter nachts um 1 auf der Baustelle zu suchen haben, oder
  • wie es technisch möglich ist, dass ein Feuer sich vom Erdgeschoss erst mal 34 Stockwerke nach oben "beamt", um dann von dort fast 10 Stockwerke nach unten zu brennen,

liefert der Bericht leider nicht.

Der Hintergrund dieses mehr als ominösen Untersuchungsergebnisses dürfte in der Frage zu suchen sein, ob das Gebäude überhaupt feuerversichert gewesen ist - und wenn nicht, wer eigentlich dafür verantwortlich gewesen ist, zu versichern.

Wenn man richtig (zwischen den Zeilen) lesen kann, wird einem selbst die Antwort auf diese Frage - zugegeben indirekt -  beantwortet.

Es war zumindest spannend, vor einigen Tagen eine hochbrisante Diskussion im lokalen Radio mitzuverfolgen, nach der es ein heftiges Hin-und-Her-Schieben der Verantwortlichkeit für den Abschluss einer Gebäude-Brand-Versicherung zwischen dem Developer TAMWEEL und der sog. Home Owner Association gegeben hat. Grundsätzlich ist für den Abschluss so einer Gebäude-Brand-Versicherung die Eigentümergemeinschaft (also die Home Owner Association) verantwortlich.

Nun haben - symptomatisch für Dubai - ausgerechnet die Home Owner Associations (HOA) noch gar keinen endgültigen rechtlichen Charakter, sprich die physische Möglichkeit, überhaupt mit einer Versicherungsgesellschaft einen Vertrag abzuschließen. Sie und ihre "Boards" (Vorstände) sind "interim" (übergangsweise). Zwar bei RERA (Real Estate Regulatory Authority) und Land Department registriert, aber noch nicht lizensiert.

Also ist es üblich, dass die Developer - i.d.R. über eigene Servicegesellschaften, die auch die laufende Wartung der Gebäude vornimmt - quasi "stellvertretend bis zum Erlangen der Rechtspersönlichkeit der HOA" solche Versicherungsverträge abschließen. Dasselbe tun sie anstandslos mit Bewachungs-, Aufzugs-, Wartungs- und Reinigungsfirmen, da die Kosten ja trotz alledem auf die Eigentümergemeinschaften umgelegt werden.

Sie können es sich schon denken: Der dumme Tower ist nicht versichert! Was einer generellen Haftung des Developers gleich kommt. Ausser . . . richtig - man kann jemand anders dafür in die Verantwortung nehmen. Oder eben niemanden (mal davon ausgehend, dass es sich um einen Baubetrieb handelt, der weder Millionenschwer ist, noch haftpflichtversichert . . .).

 

Was bedeutet dies für Immobilien-Eigentümer in den Emiraten?

Sie sollten sich, insbesondere wenn Sie ein Apartment in einem Multi Storey oder Tower Ihr Eigen nennen, an das Interim Board der für Ihr Gebäude zuständigen Home Owner Association wenden und die folgenden Fragen klären:

  • Ist die HOA überhaupt schon bei RERA und Land Department registriert?
  • Ist das Interim Board über eine ordentlich abgehaltene Eigentümerversammlung gewählt worden?
  • Gibt es eine entsprechend beauftragte Service & Maintenance Firma?
  • Ist eine Gebäude-Brand-Versicherung abgeschlossen worden?

Weiter ist auf jeden Fall anzuraten, eine (zusätzliche) Wohnungs-("Content")Brand-Versicherung abzuschließen.

 

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