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RAKIA Freihandelszone – Planungssicherheit für Investoren ein Fremdwort?

(05.08.2012, Dubai) Es ist eigentlich schon seit Längerem eine mittelschwere Zumutung, mit der RAK Investment Authority zurande zu kommen - zumindest wenn es um Lizenzen in der Freihandelszone geht.

Immer wieder werden absolute Standardprozesse konterkariert, Regularien und Prozesse über Nacht geändert - oder irgendeinem Mufti sass mal wieder was quer und man musste ihn besänftigen. Vom ewig schwelenden Konflikt zwischen einer der größten Free Zone Authorities im Lande und des für sie zuständigen Immigrations-Direktorats der Föderation gar nicht zu sprechen.

Halt alles getreu dem Motto - mit Rücksicht auf die Besonderheiten der Region: "Jeden Tag wird eine neue Ziege durchs Dorf getrieben".

Der neueste Schwank im Fortsetzungsroman "RAKIA - oder wie wir es kontinuierlich schaffen, unsere Marktposition zu zertrümmern" kam heute per "Dies ist eine automatisch generierte E-Mail, bitte antworten Sie nicht". Wir haben es der Einfachheit halber mal grob übersetzt.

Von: AE-Fm No Reply <noreply@rakinvestmentauthority.com>
Datum: Son, 5 Aug 2012 10:08:17 +0000
Betreff: Richtlinie für die Erneuerung der Handelslizenz

Sehr geschätzter Kunde,

mit Wirkung vom heutigen Tage weisen wir Sie hiermit an, zum Zeitpunkt der Lizenzerneuerung für alle RAKIA Investoren folgendes als verpflichtend für Investoren zu beachten:

  1. Bei Investoren, die bereits eine Gewerbefläche gemietet haben, muss gewährleistet sein, dass die Objektmiete (Anmerkung: Damit ist die Vertragslaufzeit gemeint) für das laufende Mietjahr mindestens 3 Monate in den Lizenz-Erneuerungs-zeitraum reicht. Andernfalls muss ein vordatierter Scheck für die gesamte Jahresmiete des nächsten Mietvertrags-Jahres hinterlegt werden;
  2. Gewerbeflächen, die nicht von RAKIA direkt gemietet wurden oder die nicht von RAKIA verwaltet werden, stehen unter dem Vorbehalt der Vorabgenehmigung durch die Behörde;
  3. Für "Establishments" (Anmerkung: gemeint sind FZE = Free Zone Establishment)
    a) Für Investoren ohne Mietvertrag und mit Firmen, die als "Establishment" registriert sind, ist die Mindest-Mietanforderung ein "Flexi Desk". Die Anmietung eines "Flexi Desk" berechtigt für ein (1) Investoren Visa.
    b) Für Investoren, die bereits ein (1) Arbeitnehmer Visa unter ihrem "Establishment" laufen haben, sind aufgefordert, ihren Mietvertrag auf ein "Cubicle Office" zu ändern. Wie auch immer, die Mindestfläche der zu mietenden Gewerberäume wird bestimmt von der Anzahl der benötigten Visa sowie den jeweiligen Aktivitäten der Firma.
  4. Für "Limited Liability Companies" (Anmerkung: gemeint sind FZ-LLC)
    a) Die Mindest-Mietvertragsanforderung ist "Cubicle Office", die Mindestfläche des zu mietenden "Cubicle Office" wird bestimmt von der Anzahl der benötigten Visa sowie den jeweiligen Aktivitäten der Firma.

Die vorstehenden Konditionen sind frei veränderbar ohne vorherige Ankündigung. Weitere Anfragen richten Sie bitte direkt an unser Verkaufs-Team.

Ihre ergebene

RAKIA

Dies ist eine automatisch generierte E-Mail, bitte antworten Sie nicht.
______________________________________________________

Zu kritisieren ist bei diesem Procedere zu aller vorderst, dass ohne Einhaltung jeglicher Fristen neue Regularien verschickt werden, die das Budget der Lizenzinhaber teilweise massiv über den haufen werfen können.

Schlimmer aber noch ist die seit Jahren zu beobachtende "Verkaufspraxis", insbesondere bei Firmen, die gar keine Visa brauchen - das soll es tatsächlich immer wieder mal bei Dienstleistern geben. Mitarbeiter sind über den Globus verteilt und Inhaber hat bereits a.a.O. seine Residency (nur so als Beispiel):

Bei der REGISTRIERUNG der Firma ist gar keine Rede von einem Bürozwang, nicht einmal ein "Flexi Desk" ist erforderlich. Das nette "Erwachen" kommt dann mit der ersten Lizenzerneuerung. Was die unterschiedlichen Mindestanforderungen bei FZE und FZ-LLC sollen, bleibt auch im Verborgenen. Bei beiden Rechtsformen handelt es sich um Kapitalgesellschaften - die FZE hat halt nur einen, die FZ-LLC mindestens zwei Gesellschafter. Der operative Geschäftsbetrieb an sich dürfte sich jedoch kaum unterscheiden.

Festzuhalten bleibt:

  • RAKIA ist und bleibt weiterhin auf der einen Seite einer der kostengünstigsten Freihandelszonen-Standorte in den VAE und muss sich ganz sicher - z.B. im Vergleich zu den Freihandelszonen in Hamriya und Ajman - nicht mit der Qualität seiner Faszilitäten verstecken.
  • Auf der anderen Seite ist eine Berechenbarkeit hinsichtlich der "Spielregeln" für Investoren in keiner Weise gegeben - heute so, morgen so, übermorgen wieder ganz anders. Ganz zu schweigen von sämtlichen Visa- und Residency-Prozeduren in ganz Ras Al Khaimah, die an Vorsintflutlichkeit und Idiotie nirgendwo sonst im Land auch nur annähernd vergleichbar vorkommen.

Investoren, die die Errichtung eines einigermaßen "handelsüblichen" Geschäftsbetriebes mit entsprechenden Beschäftigungsstrukturen beabsichtigen, sollten zweimal darüber nachdenken, ob eine Ansiedlung in Dubai direkt nicht doch von Anfang an der bessere Weg ist.

Man bedenke hierbei immer zwei Aspekte:

  1. Man kann seine Firma nicht "mitnehmen", wenn man eine Freihandelszone verlässt.
  2. Das Niveau etwas höherer Strukturkosten in Dubai wird in Ras Al Khaimah mit analogen Opportunitätskosten - und weit mehr Stress und Nerven - ebenfalls erreicht.

Nun denn . . .

Discussion

2 Kommentare to “RAKIA Freihandelszone – Planungssicherheit für Investoren ein Fremdwort?”

  1. Der Basisartikel zur Free Zone Gründung ist ebenfalls hier erschienen:

    Saada – Das HintergrundMagazin

    Posted by Martin Kraeter | 16. Februar 2013
  2. Your post was very informative thank you for that

    Posted by Test | 7. März 2013

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