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Fokus Europa

Zinsputsch in Brüssel: Die neuen Wahn-Ideen der Euro-Retter

22.11.2011 - von Uli Dönch (Focus)

Die Geld-Drucker wollen die Macht.
Sie träumen von finanziellen Wunderwaffen – wie Euro-Bonds –
und fordern von Deutschland Milliarden-Gegenleistungen wegen aktueller Zinsvorteile.

Jetzt lassen sie die Masken fallen.
Es ging ihnen nie um eine stabile Währung.
Oder um ein wirtschaftlich starkes Europa.
Es ging ihnen immer nur darum,
dass Deutschland für alles
– aber auch wirklich alles – bezahlen soll.

An diesem Mittwoch machen sie Ernst. José Manuel Barroso, portugiesischer Präsident der EU-Kommission, wird seinen Vorschlag für „Euro-Bonds“ präsentieren. Die Idee: Die 17 Euro-Länder leihen sich an den Finanzmärkten mit einer gemeinsamen Staatsanleihe frisches Geld. Der Vorteil: Der Zins für die Schwachen – Spanien, Italien, Portugal (welch Zufall!) – sinkt, weil die Starken (Deutschland & Co.) nun für die gesamte Euro-Zone haften. Der Nachteil: Die soliden Staaten müssen für ihre Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen als zuvor; gleichzeitig geraten die überschuldeten Länder in Versuchung, weniger zu sparen und zu sanieren.

All diese Risiken wird Barroso ausblenden. Stattdessen wird er seine „Euro-Bonds“ mit einem grandiosen verbalen Verschleierungstrick anpreisen: „Die Aussicht auf Stabilitätsanleihen könnte die Schuldenkrise schnell abmildern.“ Haben wir richtig gehört? Der Mann spricht tatsächlich von „Stabilitätsanleihen“. So kann man diese Ramschpapiere natürlich auch nennen – so wie sich jede Müllhalde rasch als ein „Entsorgungspark“ tarnen lässt. An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen ...

Perfide Doppel-Strategie: Euro-Bonds und EZB-Billionen

Parallel zum Zins-Putsch läuft der Versuch, die Macht über die Europäische Zentralbank (EZB) zu erlangen. Die Mehrheit der Eurokraten will die EZB zu unbegrenzten Rettungsmaßnahmen zwingen. Sie soll noch mehr europäische Staatsanleihen aufkaufen dürfen, im Notfall sogar unbegrenzt. Im Klartext: Die Zentralbank soll Geld drucken – viele Billionen –, so wie es die US-Notenbank Fed schon seit Jahren tut.

Hinter dieser Strategie steckt die Uralt-Philosophie des Ökonomen John Maynard Keynes, wiederbelebt von seinem geistigen Nachfolger Paul Krugman: Wenn eine viele Milliarden schwere Finanzspritze nicht ausreicht, dann müssen eben Billionen her. Nach dem Motto: Wir haben dem Patienten leider zu wenig Medizin gegeben – und nicht etwa die falsche ...

Bisher leisten Angela Merkel und EZB-Präsident Mario Draghi Widerstand.Aber wie lange noch? In einem flammenden Appell fordert jetzt das „Wall Street Journal“: „Halten Sie durch Mr. Draghi, und auch Sie, Kanzlerin. Lassen Sie sich nicht von den Franzosen, Briten und Yankees sowie all den anderen Rettungsfanatikern niederringen. Irgendjemand muss schließlich die Unabhängigkeit der Zentralbank und die Preis-Stabiliät verteidigen.“

Deutschland soll für Mini-Zinsen büßen

Sollten ihre Umsturz-Versuche eins und zwei nicht funktionieren, haben die Verschuldungs-Eurokraten offenbar noch einen dritten Plan in der Schublade: die Bestrafung der widerspenstigen Deutschen. Wie FOCUS gerade enthüllt hat, verlangen mehrere europäische Finanzminister von Deutschland eine Gegenleistung für die aktuellen Zinsvorteile bei Staatsanleihen.

Der Hintergrund: Die Bundesrepublik kommt derzeit so günstig wie nie an neue Kredite. Die Zinsen für ein sechs Monate laufendes Staatspapier lagen vorvergangene Woche bei historisch niedrigen 0,08 Prozent – zur gleichen Zeit musste Italien für eine zehn Jahre laufende Anleihe mehr als sieben Prozent aufbringen.

Quelle: Focus Online

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